Derby-Krimi an der Jahnstraße | Prantler-Power lässt SVO im Nachbarschaftsduell gegen Weildorf jubeln | „Zweite“ holt einen Punkt
Der SV Oberteisendorf hat das Gemeindederby gegen die DJK Weildorf mit ihrem Oberteisendorfer Trainer Hermann Hiebl knapp mit 2:1 gewonnen und sich damit den ersten, wichtigen „Dreier“ des Jahres gesichert. Matchwinner auf SVO-Seite waren Thomas und Markus Prantler. Durch die Niederlage tauschten die beiden Teams wieder die Plätze, Oberteisendorf steht vorübergehend oberhalb des Relegationsstriches, die DJK rutschte wieder darunter.
„Am Ende war der Heimsieg nicht unverdient, weil wir nicht mehr so konsequent verteidigt haben“ meinte „Hermi“ Hiebl nach dem Spiel und bedauerte, „dass uns die Coolness gefehlt hat, die Chancen, die uns der SVO gewährte, zu vollenden.“
In Durchgang eins belauerten sich die Gemeindenachbarn vor 300 Zuschauern und setzten hauptsächlich auf Sicherheit. Die beiden KL2-Topstürmer Maximilian Reindl und Lucas Spiegelsberger (jeweils 11 Treffer) waren in der SVO-Innenverteidigung um Kapitän Bernhard Prantler und Felix Kern bestens aufgehoben. Dagegen kamen auf der Gegenseite Jurgen Fuchs und Markus Prantler kaum zur spielerischen Entfaltung. Die beste Chance auf Seite der Hausherren hatte Andreas Willberger mit einem Schuss aus 16 Metern nach einer Fuchs-Ecke (10.). Das Leder verfehlte den Weildorfer Kasten jedoch links drüber. Gegenüber war Reindl zwar in der 33. und 40. Minute zweimal nach Zuspielen von Jakob Helminger nah dran, seine Abschlüsse gingen aber jeweils rechts vorbei. So ging es torlos in die Kabinen.
Fünf Minuten nach der Pause die Führung für die Gäste. Nach einer Flanke von Peter Helminger von links außen war Kapitän Florian Berger mit dem Kopf zur Stelle. Seinem Namensvetter im SVO-Tor, Daniel Berger, war die Sicht versperrt. Er konnte die Kugel nicht mehr entscheidend abwehren – 0:1. Die Gastgeber waren kurzzeitig irritiert und ließen zwei Minuten später Florian Kern-Wallner beinahe unbedrängt abschließen. Diesmal war Berger mit den Fäusten zur Stelle.
Die Antwort des SVO ließ dann aber nicht lange auf sich warten. Linksverteidiger Tim Quentin schickte mit einem langen Ball Thomas Prantler auf die Reise. Der zog an seinem Bewacher Wolfgang Berger vorbei und gab DJK-Keeper Bernhard Hell mit einem Schuss ins lange Eck das Nachsehen – 1:1 (54.). „Danach waren wir sicherlich nicht spielbestimmend, aber die aktivere und aggressivere Mannschaft“ war Raphael Omelanowsky aus der Oberteisendorfer Führungsriege nach dem Spiel erleichtert über den Spielausgang.
Eine Minute nach dem Ausgleich zirkelte Jurgen Fuchs eine Freistoßflanke auf das lange Eck. Hell entschärfte die Bogenlampe gerade noch zur Ecke. Nach einer Stunde brachten beide Übungsleiter frische Kräfte. DJK-Trainer Hiebl, dessen Wirkungskreis am Samstagnachmittag nur 300 Meter von seinem Zuhause entfernt war, schickte Michael Baumgartner und Johannes Kern-Wallner für Samuel Helminger und Florian Kern-Wallner auf den Rasen. SVO-Coach Schallinger holte Fuchs und Mittelfeldstabilisator Markus Rechenauer runter und gab Thomas Hofmann und Andreas Seeböck das Vertrauen. Seeböck übernahm dabei die Rolle hinten rechts, dafür rückte Christian Spiegelsberger weiter nach vorne.
Die Führung lag auf beiden Seiten in der Luft. Für Weildorf vergab „Lu“ Spiegelsberger nach Zuspiel von Michael Baumgartner (67.), während SVO-Kapitän Bernhard Prantler nach einer feinen Willberger-Ecke das Leder knapp am linken Pfosten vorbeiköpfte (71.).
Eine Standardsituation brachte dann den Siegtreffer für die Hausherren. Vorausging ein Foul von Jakob Helminger am vorbeistürmenden Michael Fürst am linken Strafraumeck. Helminger bekam dafür „Gelb“ von Schiedsrichter Markus Geithner. „Wir kriegen zu viele unnötige Standards gegen uns. Daran müssen wir arbeiten, um solche Situationen künftig besser zu vermeiden“ kommentierte Hiebl. Den Freistoß zirkelte Markus Prantler halbhoch und scharf auf das lange Eck. Hell konnte gegen den Aufsetzer nicht mehr entscheidend eingreifen – 2:1.
Sechs Minten später war Hell der Sieger im Eins-gegen-Eins-Duell gegen Markus Prantler und hielt die DJK weiter im Spiel, die in der Nachspielzeit fast noch zum Ausgleich gekommen wäre. Jakob Helminger war plötzlich völlig frei vor Berger im Strafraum aufgetaucht. Der SVO-Schlussmann konnte gerade noch zur Ecke klären.
Vor dem Schlusspfiff bedachte Referee Geithner Peter Koch auf Weildorfer Seite nach einem harten Foul an Michael Fürst im Mittelfeld mit einer Zehn-Minuten-Strafe, die jedoch keine Auswirkungen mehr hatte.
„Den Schwung gilt es jetzt mitzunehmen in die nächsten Duelle mit den direkten Konkurrenten“ hofft Raphael Omelanowsky auf weitere Erfolge in den kommenden Wochen.
SV Oberteisendorf II gg. DJK Traunstein 2:2
Eine Punkteteilung gab es im Duell der Kreisliagreserve des SV Oberteisendorf gegen die DJK Traunstein. Sebastian Enzinger eröffnete den Torreigen in der 17. Minute mit einem 25-Meter-Schuss, der abgefälscht in den Maschen landete – 1:0. Im Gegenzug stellte Emir Erdogan den Gleichstand wieder her (18.). Auch danach verlief die Partie ausgeglichen. Alexander Eder hatte nach einer halben Stunde die Riesenchance auf die erneute SVO-Führung, brachte den Ball am langen Pfosten aber nicht an DJK-Torwart Roman Kirin vorbei. Nach der Pause ging es aus Sicht von Schiedsrichter Resat Burunc bunt zur Sache. Zunächst handelte sich SVO-Akteur Philipp Mader für eine Unsportlichkeit die Ampelkarte ein (67.). Drei Minuten später sogar die Führung für die Hausherren in Unterzahl. Enzinger marschierte rechts die Auslinie entlang und drang in den Strafraum ein. Diesmal verwandelte Eder den Querpass zum 2:1 (70.).
Zwei Minuten später dezimierte Referee Burunc die DJK mit einer zehnminütigen Zeitstrafe gegen Stefan Reis nach einem taktischen Foul im Mittelfeld. Den Endstand zum 2:2 markierte Umut Yerli, indem er im Getümmel vor dem SVO-Tor gedankenschnell einschob (84.). Das Unentschieden sicherte SVO-Keeper Florian Krammer, indem er den Abschluss von Erdogan stark parierte (87.). Zwei Zeigerumdrehungen später war der Auftritt von Umut Yerli beendet. Nach einem groben Foulspiel gegen Alex Eder im Spielaufbau verwies ihn der Schiedsrichter mit glatt Rot des Feldes. Für die kleine Rudelbildung nach dem Foul sahen die Oberteisendorfer Hannes Bachmaier und Michael Unterreiner den gelben Karton. In der Nachspielzeit verwehrte Burunc den Gastgebern einen Elfmeter, nachdem Angreifer Felix Kraller im Strafraum mit gestrecktem Bein von den Sohlen geholt wurde. Burunc erkannte auf „Ball gespielt“. Hier hatte der Schiedsrichter, sogar nach Meinung aus dem Gästelager nach Spielende, eine exklusive Ansicht. Stattdessen schickte er mit Jonas Trettwer wegen Meckerns einen weiteren SVO-Spieler mit dem Ampelkarton vom Feld.