Freistoß-Gala und Quäntchen Glück: Willberger avanciert zum SVO-Matchwinner
Gerade einmal 110 Zuschauer sahen im Stadion an der Jahnstraße ein ereignisreiches Duell im Kreisliga-Mittelfeld. Am Ende behielt der Tabellensechste SV Oberteisendorf mit 3:1 die Oberhand gegen den SV Schlossberg-Stephanskirchen (7.) und konterte die Angriffe der Konkurrenz aus dem Tabellenkeller. Dabei avancierte Andreas Willberger dank seiner Standards zum Matchwinner. Mit dem dritten Sieg in Folge setzt sich der SVO im Mittelfeld fest.
Die Hausherren erwischten einen Start nach Maß. Nachdem Christian Spiegelsberger in der 8. Minute rund 20 Meter vor dem Tor gefoult wurde, legte sich Willberger den Ball zum ersten Mal zurecht und zirkelte den Freistoß zur frühen Führung in die Maschen. Doch der SVO verlor nach zwanzig Minuten den Zugriff. Kapitän Bernd Prantler sah nach einem taktischen Foul an Bastian Seher Gelb (17.), und die Gäste wurden stärker. Folgerichtig der Ausgleich: Nach einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld setzte sich Seher im Strafraum durch und traf flach ins linke Eck (29.).
Zeitstrafe statt Ampelkarte?
Kurz vor der Pause (43.) wurde es kurios: SVO-Stürmer Markus Prantler, bereits mit „Gelb“ verwarnt, war nach einem vermeintlichen Foul außerhalb des Feldes liegen geblieben. Während er sich abseits der Aus-Linie erholte, setzte Schiedsrichter Christoph Spitale (FC Grünthal) nach einer kurzen Unterbrechung das Spiel fort. Prantler brachte sich ohne Anmeldung beim Schiedsrichtergespann wieder selbst ins Spiel. Die Folge: Eine Zehn-Minuten-Zeitstrafe, die nach dem Spiel für Gesprächsstoff sorgte. Schlossbergs Coach Thomas Kurzinger kritisierte später, dass hier zwingend die Ampelkarte hätte folgen müssen – eine Entscheidung, die möglicherweise den Spielverlauf beeinflusste.
SVO eiskalt in Unterzahl
Wer dachte, die Gäste vom Rosenheimer Stadtrand würden die vorübergehende Überzahl unmittelbar vor und nach dem Seitenwechsel nutzen, sah sich getäuscht. Während der SVS abwartend aus der Kabine kam, agierten die Hausherren in Unterzahl hellwach. Erneut prüfte Willberger Keeper Julian Haas mit einem 35-Meter-Freistoß. Haas konnte nur nach vorne abklatschen, im Nachsetzen wurde SVO-Kapitän Bernhard Prantler von seinem Pendant Josef Cia im Strafraum zu Fall gebracht. Prantler übernahm selbst die Verantwortung und verwandelte den fälligen Elfmeter zum 2:1 (50.).
Nur drei Minuten später die Vorentscheidung. Wiederum segelte ein Willberger-Freistoß von der Mittellinie Richtung SVS-Gehäuse. Haas verschätzte sich bei böigen Verhältnissen komplett – der Ball schlug zum 3:1 hinter ihm ein (54.).
Gäste verzweifeln vor dem Gehäuse
In der Schlussphase warfen die Gäste alles nach vorne, ließen aber die nötige Präzision vermissen. Während Oberteisendorfs Linksverteidiger Michael Fürst (60.) nach einer Stunde die Entscheidung vergab, ließen Jonas Wieber (71.) und Tobias Heinrich (82.) hochkarätige Schlossberger Anschlussmöglichkeiten liegen.
So blieb es beim enorm wichtigen Heimsieg für den SVO, während die Gäste mit den vergebenen Chancen und der Schiedsrichterentscheidung haderten (mem).
SVO II siegt im Kellerduell
Wichtiger Sieg für den SV Oberteisendorf II im Abstiegskampf der A-Klasse 6: gegen die U23 des ESV Freilassing feierte die SVO-Reserve einen verdienten 4:0-Erfolg und revanchierte sich für die 0:2-Niederlage aus dem Nachholspiel vor gut drei Wochen. Vor 50 Zuschauern stellte die Heimelf früh die Weichen auf Sieg. In der 5. Minute bediente Felix Kraller Sebastian Enzinger, dessen Kopfball-Ablage Peter Enzinger zum 1:0 verwertete.
Nachdem SVO-Keeper Unterreiner im Eins-gegen-Eins gegen Laurent Zhuljani den Ausgleich verhinderte (24.), schlug Sebastian Enzinger selbst zu. Erst überlupfte er ESV-Torwart Schallinger per Kopf zum 2:0 (28.), ehe er nach der Pause mit einem 25-Meter-Aufsetzer auf 3:0 erhöhte (61.).
ESV-Stürmer Johann Spatzenegger holte sich in der ansonsten fairen Partie binnen drei Minuten die Ampelkarte ab und wurde vom souverän leitenden Schiedsrichter Nabbizadeh wegen Meckerns des Feldes verwiesen (70.). Jonas Trettwer nutzte zwei Zeigerumdrehungen später seinen Freiraum im Sechzehner und traf zum 4:0-Endstand (72.). In der Schlussminute vergaben Johannes Bachmaier und erneut Sebastian Enzinger noch das mögliche 5:0 (mem).