„Erstmal ganz viel Familie“: Oberteisendorfs Erfolgsgarant Sebastian Schallinger nimmt Abschied | Hofmann-Duo folgt
Eine echte SVO-Identifikationsfigur tritt ab: Meistertrainer Sebastian Schallinger verlässt den SV Oberteisendorf mit stolzer Brust und übergibt eine intakte Kreisliga-Mannschaft an sein Nachfolger-Duo Alex und Florian Hofmann. Warum „Schlaggo“ jetzt die Trainerbank gegen die Wickelkommode tauscht und wer als Sportlicher Leiter zurückkehrt.
SVO-Vorstand Hans Krammer hat freilich lobende Worte für den scheidenden Übungsleiter und ehemaligen Spartenchef der SVO-Kicker parat: „Sebastian hat sich noch in seiner aktiven Zeit als Vorstand der Jugendfördergemeinschaft Teisenberg engagiert, noch bevor er das Amt als Abteilungsleiter übernommen hat.
Schon vor seinem Amtsantritt habe Schallinger den Tribünenbau im Jahr 2019 federführend begleitet und die Mannschaft zu einem Zeitpunkt, als es sportlich nicht richtig lief, zu einer Einheit geformt.
Schallinger hatte gemeinsam mit seinem Stellvertreter Raphael Omelanowsky nach dem zehnten Spieltag der Saison 2021/22 und einer 3:4-Niederlage beim damaligen Tabellenvorletzten TSV Heiligkreuz die Reißleine gezogen. Die „Erste“ war auf den Relegationsplatz der Kreisklasse abgerutscht, das Vertrauen in den damaligen Trainer Stefan Kolm nicht mehr gegeben.
Mangels Alternativen sprangen die beiden Abteilungsleiter selbst in die sportliche Bresche und holten gegen die Zweitvertretung des SBC Traunstein, damals mit dem jungen Dennis Hrvoic, gleich den ersten Dreier (2:0). „Das war natürlich aus der Not geboren. Da bin ich meinem Bruder Michael heute noch extrem dankbar, dass er meine Aufgaben als Abteilungsleiter übernommen hat“, blickt Schallinger selbstlos auf die etwas unruhige Zeit zurück.
Am Saisonende stand der siebte Platz zu Buche. Nach Platz drei in der Saison darauf führte „Schlaggo“ den SVO als Meister im Sommer 2024 zurück in die höchste Kreisebene. Dabei setzte er fortlaufend, auch wenn es ergebnistechnisch nicht lief, auf die Weiterentwicklung von jungen Spielern. Viele davon bewährten sich für die Start-Elf und lernten von Arrivierten wie Florian Hofmann oder Markus Rechenauer. Die erste Saison nach dem Kreisligaaufstieg beendete man mit einem respektablen achten Platz.
Der Abgang von Top-Stürmer Daniel Aschauer zu Landesligist ESV Freilassing ließ vor der nun zu Ende gehenden Spielzeit mehr Abstiegskampf erwarten. Und trotz weiterer Verluste von Langzeitverletzten wie Offensivmotor Julian Greim formte Schallinger eine schlagkräftige Truppe, die nun für die dritte Kreisligasaison in Folge planen kann.
Der überzeugte Teamplayer blickt auf „sehr schöne Jahre mit vielen Hochs und tollen Erlebnissen“ zurück. Natürlich seien auch ein paar Rückschläge dabei gewesen, „die wir aber alle miteinander mit großer Geschlossenheit im gesamten Verein gut überwunden und die Stärke aus den schwierigen Momenten gezogen haben“ lobt der 38-jährige den Zusammenhalt im Oberteisendorfer Sportverein.
„Abseits der Trainerbank ist jetzt dann erstmal ganz viel Familie angesagt“, freut sich Schallinger auf mehr Zeit im Kreise seiner Liebsten. Ende Juli erwartet er mit seiner Frau das zweite Kind. Angst, dass nun eher ungewohnte Aufgaben zuhause auf ihn zukommen, hat er dabei nicht. „Meine Frau hat das in den vergangenen Jahren alles mitgetragen hat, weil sie gesehen hat, welche Freude ich mit meinem Job und der Mannschaft habe. Da bin ich auch ihr natürlich wahnsinnig dankbar“, freut sich der Sachgebietsleiter des Landratsamtes Traunstein darauf, künftig zuhause etwas zurückgeben zu dürfen.
„Gibt’s irgendwann eine Rückkehr auf die Trainerbank?“, wollte die Redaktion noch von „Schlaggo“ wissen. „Ich mag es nicht ausschließen. Aktuell mache ich mir darüber aber überhaupt keine Gedanken. Jetzt ist dann erstmal Pause“, beschließt der Noch-Coach und verschwindet auf den Trainingsplatz für eine seiner letzten Einheiten.
Hofmann-Duo und ein Altbekannter folgen
Nachfolger von Schallinger wird sein bisheriger „Co“ Alex Hofmann. Der 35-Jährige wird gleichberechtigt assistiert von seinem Cousin Florian. Der langjährige Bayernligakapitän des SV Kirchanschöring, der im Winter 22/23 an die Jahnstraße zurückgekehrt war, möchte auf dem Feld kürzertreten. „Wir haben uns lange mit externen und internen Lösungen befasst. Am Ende hat uns die junge, interne Lösung überzeugt“ setzt Abteilungsleiter Michael Schallinger auf das Hofmann-Duo, das von einem altbekannten Rückkehrer ergänzt wird.
Denn mit Christian Willberger stellt auch der Trainer sein Amt zur Verfügung, der die Reserve vor drei Jahren in die A-Klasse zurückgeführt hat. Sein Nachfolger und gleichzeitig Sportlicher Leiter der Jahnstraßen-Kickern wird Thomas Stutz, der die „SVO-Erste“ bereits von 2009 bis 2013 von der A-Klasse in die Kreisliga geführt hatte und danach beim TuS Traunreut, dem SV Ruhpolding und dem SV Erlstätt tätig war. „Tom hat einen großen Erfahrungsschatz. Wir erhoffen uns, dass er genau damit die zwei „Hofmann-Youngsters“ bei ihrer ersten Trainerstation unterstützen und gleichzeitig Spieler aus der Reserve weiterentwickeln kann“, freut sich der Spartenchef Schallinger auf das neue Triumvirat an der SVO-Bank. (mem)